Wie viele Courts braucht eine Anlage? Was 615 deutsche Anlagen zeigen

In Dortmund hat gerade die größte Padelhalle Nordrhein-Westfalens eröffnet. Gleichzeitig hat jede zweite Anlage in Deutschland genau einen oder zwei Courts. Beides ist richtig — weil es zwei völlig verschiedene Geschäfte sind. Wir haben unseren Platzfinder ausgezählt.

P

Padello Redaktion

Autor

22. September 20269 Min. Lesezeit
Wie viele Courts braucht eine Anlage? Was 615 deutsche Anlagen zeigen

Mitte September hat am Zinkhüttenweg in Dortmund PADL eröffnet: sieben Panorama-Courts, ein Turniercourt mit Tribüne, vier Single-Courts, ein Kids-Court, dazu zwei Pickleball-Felder, Restaurant und Bar. Die größte Padelhalle Nordrhein-Westfalens.

Ein paar hundert Kilometer weiter südlich, in Mertingen bei Donauwörth, geht im selben Monat eine andere Halle in Betrieb: drei Double-Courts und ein Single-Court.

Beide Betreiber haben gerechnet. Beide sind zu einem völlig anderen Ergebnis gekommen. Die Frage, die dahintersteckt, stellt sich jedem Verein und jedem Investor genau einmal — und danach steht sie in Beton: Wie viele Courts?

Wir haben nachgezählt, was in Deutschland tatsächlich gebaut wurde.

Schnellcheck

3,5

Courts hat eine deutsche Anlage im Schnitt

51 %

aller Anlagen haben nur einen oder zwei

1,8

Courts im Schnitt bei Vereinen

4,3

Courts im Schnitt bei kommerziellen Betreibern

Die Mehrheit ist klein

615 veröffentlichte Anlagen in Deutschland, 2.154 Courts. Der Schnitt von 3,5 Courts täuscht allerdings, weil ihn ein paar sehr große Hallen nach oben ziehen. Der typische Fall sieht anders aus: 127 Anlagen haben genau einen Court, 187 haben zwei. Das sind zusammen 314 von 615 — mehr als die Hälfte.

Wo die 2.154 deutschen Courts stehen

Alle Courts, gruppiert nach der Größe der Anlage, auf der sie stehen.

<title>1–2 Courts: 501 Courts</title>23 %<title>3–4 Courts: 510 Courts</title>24 %<title>5–8 Courts: 689 Courts</title>32 %<title>9 und mehr: 454 Courts</title>21 %1–2 Courts501 Courts3–4 Courts510 Courts5–8 Courts689 Courts9 und mehr454 Courts

Eigene Auszählung im Padello-Platzfinder, Stand 22.09.2026: 615 Anlagen in Deutschland. Die kleinen Anlagen sind in der Mehrzahl — 314 der 615 haben ein oder zwei Courts, zusammen aber nur knapp ein Viertel aller Plätze.

Auf der anderen Seite stehen 43 Anlagen mit neun oder mehr Courts. Sie machen sieben Prozent der Anlagen aus und halten ein Fünftel aller Plätze.

Der eigentliche Befund: zwei verschiedene Geschäfte

Wer die Anlagen nach Betreibern trennt, sieht keinen graduellen Unterschied, sondern zwei Welten.

Vereine bauen draußen, Betreiber bauen Hallen

Alle deutschen Courts nach Art des Betreibers, aufgeteilt nach Halle und Freiplatz.

IndoorOutdoorKommerzielle Betreiber1.793 Courtsdavon 70 % IndoorVereinsanlagen361 Courtsdavon 7 % Indoor

418 kommerzielle Anlagen mit im Schnitt 4,3 Courts, 197 Vereinsanlagen mit im Schnitt 1,8. Die Zuordnung erfolgt über den Anlagennamen (e.V., TC, TSV, SV und ähnliche) und ist damit eine Näherung — einzelne Vereinshallen können in der kommerziellen Gruppe landen.

Vereinsanlagen haben im Schnitt 1,8 Courts, und 93 Prozent ihrer Plätze liegen unter freiem Himmel. Bei kommerziellen Betreibern ist es fast genau umgekehrt: 4,3 Courts im Schnitt, 70 Prozent davon in der Halle.

Das ist logisch, wenn man sich die Rechnung dahinter ansieht. Ein Verein stellt Padel neben Tennis, nutzt bestehende Fläche, Parkplätze und Clubhaus und finanziert den Platz aus Beiträgen, Rücklagen und Förderung. Er muss den Court nicht auslasten, er muss ihn den Mitgliedern anbieten.

Ein kommerzieller Betreiber baut eine Halle, zahlt Miete oder Grundstück, Personal und Heizung — und muss jede Stunde verkaufen. Für ihn ist ein einzelner Court kein Geschäftsmodell, sondern ein Klumpenrisiko: Fällt er aus, steht der Betrieb.

Merke

Die Frage lautet nicht „wie viele Courts sind richtig", sondern „was soll der Platz leisten". Für ein Vereinsangebot reicht einer, für einen Spielbetrieb brauchst du zwei, für einen Betrieb, der sich selbst trägt, deutlich mehr.

Was der erste, zweite und vierte Court jeweils ändern

Ein Court macht Padel im Verein möglich — und mehr, als die meisten denken. Für eine Ligamannschaft genügt er, das schreiben die Landesverbände ausdrücklich; die Begegnung dauert dann rund vier Stunden statt zwei. Wir haben den Ligabetrieb gestern im Detail aufgeschrieben. Was ein Court nicht kann: zwei Gruppen gleichzeitig bedienen. Jeder Schnupperkurs, jedes Training, jedes Turnier blockiert die gesamte Anlage.

Der zweite Court ist der größere Sprung als der erste. Ab hier läuft Training parallel zum freien Spiel, ein Vierer-Turnier passt an einen Nachmittag, und wenn ein Platz belegt ist, geht niemand unverrichteter Dinge nach Hause. Das ist auch der Grund, warum 187 Anlagen bei genau zwei stehen: Es ist die kleinste Größe, die sich wie ein Angebot anfühlt statt wie ein Experiment.

Ab vier Courts wird aus dem Angebot ein Betrieb. Americano-Turniere mit 16 Leuten, Ligaspieltage mit mehreren Begegnungen parallel, planbare Kursstrukturen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Buchungssystem, Zutritt, Beleuchtung, Pflege. Die laufenden Kosten skalieren nicht eins zu eins mit, aber sie skalieren.

Rechnen statt schätzen

Die ehrlichste Methode ist unbequem, weil sie mit Zählen anfängt statt mit Wünschen.

Ein Court hat werktags zwischen 17 und 22 Uhr fünf Stunden echte Primetime, macht 25 Stunden pro Woche — plus Wochenende und Randzeiten, die deutlich schlechter laufen. Wenn eure realistische Nachfrage in der Primetime bei 15 Stunden liegt, ist ein Court richtig. Liegt sie bei 40, verliert ihr mit einem Court jede Woche Buchungen, die ihr nie zu sehen bekommt, weil die Leute gar nicht erst anfragen.

Die Zahl dafür bekommt ihr nicht aus dem Bauchgefühl, sondern aus drei Quellen: Wie viele Mitglieder haben im letzten Jahr nach Padel gefragt? Wie voll sind die Courts der nächstgelegenen Anlage zur Primetime — das lässt sich in jedem Buchungsportal nachsehen? Und wie weit ist diese Anlage entfernt? In unserem Platzfinder siehst du zu jeder Anlage die Nachbarschaft im Umkreis.

Die größten Anlagen Deutschlands

16 Courts
AnlageHanse Padel Hamburg
Aufteilungalle in der Halle
15 Courts
AnlagePadel City Fürth
Aufteilung5 in der Halle, 10 draußen
14 Courts
AnlagePadelCity Reutlingen
Aufteilungalle in der Halle
14 Courts
AnlageNEOPADEL Fuldabrück
Aufteilung12 in der Halle, 2 draußen
13 Courts
AnlageThe Cube Padel Köln
Aufteilung11 in der Halle, 2 draußen

Ein Hinweis zum Vergleichen: Die Zahlen der Betreiber und unsere Zählung meinen nicht immer dasselbe. PADL Dortmund wirbt mit 15 Plätzen — darin stecken zwei Pickleball-Felder und ein Kids-Court. Reguläre Padel-Courts sind es zwölf. Wir zählen im Platzfinder nur die, auf denen sich eine Ligabegegnung austragen lässt, und rechnen Single-Courts mit. Wer Anlagen vergleicht, sollte einmal nachsehen, was in der Werbezahl enthalten ist.

Reicht ein Court für den Anfang?

Für einen Verein in der Regel ja. 127 deutsche Anlagen fahren genau so. Wichtig ist nur, dass ihr vorher wisst, was ihr damit nicht könnt: paralleles Training, Turniere an einem Nachmittag, Schnupperkurse ohne Sperrung der Anlage. Wenn diese Dinge auf eurer Liste stehen, plant den zweiten Court gleich mit ein — zumindest die Fläche dafür.

Ist der zweite Court günstiger als der erste?

Pro Court gerechnet ja, weil Anfahrt, Baustelleneinrichtung, Planung und Genehmigungsverfahren nur einmal anfallen und der Tiefbau in einem Zug läuft. Die Ersparnis hängt stark vom Standort ab — deshalb steht sie in keiner Preisliste, sondern im Angebot. Im Konfigurator kannst du beide Varianten direkt nebeneinander durchrechnen.

Halle oder Freiplatz?

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Vereine bauen zu 93 Prozent draußen, kommerzielle Betreiber zu 70 Prozent drinnen. Ein Outdoor-Court mit Drainagebeton und Kunstrasen ist ganzjährig bespielbar und nach Regen schnell wieder trocken, nur Schnee und Frost stoppen ihn. Wer aber jede Stunde verkaufen muss, kann sich verregnete Novemberwochen nicht leisten — und zahlt dafür die Halle.

Wie viele Courts baut Padello typischerweise?

Quer durch beide Welten. Der häufigste Auftrag ist der Verein mit ein bis zwei Outdoor-Courts neben der Tennisanlage. Daneben stehen mehrere Hallenprojekte mit sechs und mehr Courts. Beide Größen bauen wir schlüsselfertig vom Tiefbau bis zum Kunstrasen.

Fazit

Der Schnitt von 3,5 Courts ist eine Zahl, mit der niemand etwas anfangen kann, weil sie zwei verschiedene Geschäfte mittelt. Nützlich sind die beiden Verteilungen dahinter: Vereine landen fast immer bei einem oder zwei Plätzen im Freien, kommerzielle Betreiber bei vier und mehr unter einem Dach.

Wenn ihr wisst, welches der beiden ihr seid, habt ihr die Antwort meistens schon. Und wenn nicht, zählt eine Saison lang die Nachfrage, bevor ihr Beton gießt.

Unsicher, welche Größe zu eurem Standort passt?

Wir haben über 200 Projekte gebaut, vom einzelnen Vereinsplatz bis zur Halle. Sagt uns, was ihr vorhabt und wie viel Fläche ihr habt — wir rechnen beide Varianten durch.

Zum Platzbau

Zahlen aus dem Padello-Platzfinder, Stand 22. September 2026: 615 veröffentlichte Anlagen in Deutschland mit 2.154 Courts. Die Trennung zwischen Verein und kommerziellem Betreiber erfolgt über den Anlagennamen und ist eine Näherung. Angaben zu PADL Dortmund und Padel Mertingen nach den Betreiberseiten und der Lokalpresse.

Teilen:

Bereit für deinen eigenen Padelplatz?

Mit Padello baust du professionelle Padelplätze für Vereine und Investoren.

Jetzt Konfigurator starten