Buchungssysteme für Padel: Was 701 Anlagen nutzen und was zu deinem Verein passt
Fast jede zweite Padelanlage in Deutschland vermietet ihre Courts über Playtomic. Bei Vereinen sieht es ganz anders aus, dort liegt Vereinssoftware wie eBuSy vorn. Wir haben die Buchungslinks von 701 Anlagen ausgewertet und sagen, worauf es bei der Wahl ankommt.
Padello Redaktion
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Die Hallensaison läuft, die Abende werden kürzer, und wer spielen will, zückt das Handy. Nur welche App? Das hängt davon ab, wo du spielst. Wir haben bei allen 813 Anlagen in unserem Platzfinder nachgesehen, wohin der Buchungslink führt. 701 davon liegen in Deutschland.
Das Ergebnis ist eindeutig und überraschend zugleich. Hallen und Vereine buchen in zwei verschiedenen Welten. Für alle, die gerade einen Court planen, ist das mehr als eine Randnotiz, denn das Buchungssystem entscheidet mit, wie voll der Platz später wird.
Schnellcheck
- 47 Prozent der deutschen Anlagen vermieten über Playtomic. In Hallen sind es 62 Prozent, gemessen an den Courts sogar 57 Prozent aller Plätze.
- Vereine buchen anders: 54 Prozent nutzen Vereinssoftware wie eBuSy oder Book and Play, Playtomic nur jeder fünfte.
- Ketten bauen eigene Apps: PadelCity, Padelbox und Peakz vermieten ihre 287 Courts über die eigene App.
- Österreich: Von den 63 Anlagen in unserem Platzfinder bucht keine über Playtomic. Dort führen eigene Buchungsseiten und Eversports.
So haben wir gezählt
Für jede veröffentlichte Anlage im Platzfinder haben wir den Buchungslink geprüft, Stand 1. Oktober 2026. Zeigt er direkt auf ein Buchungssystem, ist die Sache klar. Führt er auf die eigene Website, haben wir die Seite geladen und nach eingebetteten Systemen gesucht. Ketten mit eigener App zählen als eigene Lösung.
Drei Dinge solltest du dabei wissen:
- Ein System je Anlage. Manche Anlagen nutzen zwei, etwa einen Vereinskalender für Mitglieder und Playtomic für Gäste. Gezählt ist das System, auf das der Buchungslink zeigt.
- Vereine haben wir am Namen erkannt, also an e. V., TC, TV, SV und ähnlichen Kürzeln. Ein Verein ohne solches Kürzel landet bei den kommerziellen Anlagen.
- „Andere oder keine" heißt nicht automatisch Telefonbuchung. Dahinter stecken auch kleinere Plattformen wie Eversports und Bookaball sowie Anlagen, deren Link nur auf die Startseite führt.
Playtomic ist der Marktplatz der Hallen
So buchen Deutschlands Padelanlagen
701 deutsche Anlagen im Padello-Platzfinder, sortiert nach dem System hinter ihrem Buchungslink
Vereinssoftware: eBuSy 93, Book and Play 28, Platzbuchung.de 15, Tennis04 15, Courtbooking 10 und weitere. Eigene App oder Seite: 40 Anlagen der Ketten PadelCity, Padelbox und Peakz, dazu 47 mit eigener Buchungsseite. Andere oder keine: Eversports 26, Bookaball 11, Link nur auf die Startseite 33, kein Buchungslink 24. Quelle: eigene Auswertung, Stand 1. Oktober 2026.
328 der 701 deutschen Anlagen vermieten über Playtomic. Weil es vor allem die großen sind, laufen sogar 1.392 von 2.442 Courts darüber, also 57 Prozent. Bei Anlagen mit Halle sind es 62 Prozent.
Für Spieler ist Playtomic vor allem ein Marktplatz. Wer die App öffnet, sieht die angeschlossenen Anlagen der Umgebung mit ihren freien Zeiten, findet Mitspieler über offene Matches und zahlt direkt in der App, auf Wunsch auch geteilt. Eine normale Platzbuchung kostet Spieler in Deutschland derzeit keine Servicegebühr. Wer sich in ein offenes Match einbucht, zahlt 29 bis 99 Cent extra.
Die Anlage zahlt zweimal: ein Monatsabo für die Verwaltungssoftware und eine Provision auf jede Online-Zahlung. Die zieht Playtomic ab, bevor das Geld überwiesen wird. Wie hoch sie ist, steht im Vertrag, nicht auf der Website. Dafür bringt die App Spieler, die von der Anlage sonst nie erfahren hätten. Für eine Halle, die von Gästen lebt, ist das das stärkste Argument.
Die zweite große Gruppe bei den kommerziellen Anlagen sind Ketten mit eigener App. PadelCity, Padelbox und Peakz Padel lassen ihre Kundschaft über eigene Apps buchen, zusammen 40 Anlagen mit 287 Courts. Das lohnt sich erst ab einer gewissen Größe, dafür bleiben Kundenkontakt und Daten im eigenen Haus.
Vereine bleiben bei ihrer Tennis-Software
Bei den 224 Vereinen dreht sich das Bild komplett. 54 Prozent buchen über Vereinssoftware, allen voran eBuSy mit 56 Vereinen. Dahinter folgen Book and Play (23), Platzbuchung.de (11), Courtbooking und tennisplatz.info (je 8) sowie Tennis04 (6). Playtomic nutzt nur jeder fünfte Verein.
Verein bucht anders als Halle
Anlagen je Gruppe, orange der Teil, der über Playtomic vermietet
Vereine am Namen erkannt (e. V., TC, TV, SV und ähnliche), alle übrigen deutschen Anlagen zählen als kommerziell. In der Schweiz vermieten vor allem die Ketten Padelwerk und Padelta über Playtomic. Quelle: eigene Auswertung des Padello-Platzfinders, Stand 1. Oktober 2026.
Der Grund liegt auf der Hand. Die meisten Padelcourts in Vereinen stehen neben Tennisplätzen, und für die gibt es längst einen Buchungskalender. Padel kommt einfach als weiterer Platz dazu. Mitglieder buchen im vertrauten System, oft ohne Platzgebühr, und der Vorstand pflegt nur einen Kalender.
Bei den 125 Anlagen, die wir selbst gebaut haben, sieht es genauso aus: eBuSy liegt mit 31 Anlagen knapp vor Playtomic mit 30. Bei 29 Vereinen fanden wir keinen Buchungslink oder nur die Startseite. Ob dort per Telefon, Aushang oder in einem geschlossenen Mitgliederbereich gebucht wird, sieht man von außen nicht.
Österreich und die Schweiz gehen eigene Wege
In Österreich taucht Playtomic in unserer Auswertung kein einziges Mal auf. Von 63 Anlagen buchen 22 über eigene Buchungsseiten, 16 über Eversports und 13 über tennisplatz.info. Dahinter stehen heimische Anbieter: Eversports sitzt in Wien, tennisplatz.info gehört zum österreichischen Anbieter eTennis, und Tennis04, das vier weitere Anlagen nutzen, kommt aus Niederösterreich. Eine Einschränkung gilt: Unser Platzfinder kennt in Österreich erst 63 Anlagen, das Bild kann sich also noch verschieben.
In der Schweiz liegt Playtomic dagegen bei 65 Prozent. Das liegt vor allem an den beiden großen Ketten: Padelta vermietet alle zwölf Standorte über Playtomic, Padelwerk 15 von 21. Die übrigen Padelwerk-Hallen buchen über ArenaKey, einige unabhängige Anlagen über GotCourts.
Die Systeme im Überblick
Die Preise stehen längst nicht bei allen Anbietern offen auf der Website. Das haben wir am 1. Oktober 2026 gefunden, sortiert nach Verbreitung in Deutschland:
Preise laut Websites der Anbieter, Stand 1. Oktober 2026, ohne Mehrwertsteuer. Bei Bookaball steht nicht dabei, ob netto oder brutto. Die Abopreise von Playtomic konnten wir nicht abrufen.
Marktplatz oder Vereinskalender?
Am Ende läuft es auf eine Grundsatzfrage hinaus: Willst du gefunden werden, oder willst du vor allem deine Mitglieder gut verwalten?
Marktplatz
Playtomic und ähnliche Apps
- Plus: Spieler aus der Umgebung finden deinen Court in der App, auch ohne dich zu kennen.
- Plus: offene Matches füllen Lücken, gezahlt wird direkt in der App.
- Minus: Monatsabo plus Provision auf jede Online-Buchung. Je voller der Platz, desto mehr geht an die Plattform.
- Minus: Mitgliederlogik wie freies Spielen, Gastregeln oder Mannschaftstraining ist nicht das Kerngeschäft.
Vereinskalender
eBuSy, Book and Play und Co.
- Plus: Tennis und Padel in einem Plan, Mitglieder müssen nichts Neues lernen.
- Plus: Regeln für Mitglieder, Gäste, Training und Medenspiele lassen sich meist direkt abbilden.
- Minus: Wer den Verein nicht kennt, findet den Court dort kaum.
- Minus: Online-Zahlung für Gäste gibt es nicht überall, oft läuft sie über Guthaben oder Rechnung.
Beides lässt sich kombinieren, etwa Mitgliederzeiten im Vereinskalender und ein paar Gastzeiten auf dem Marktplatz. Wichtig ist dann nur, dass jede Stunde in genau einem System freigegeben ist. Sonst ist der Court am Samstag um zehn schnell doppelt vergeben.
Eine fertige Kopplung zwischen Playtomic und Vereinssoftware wie eBuSy haben wir nicht gefunden. Die Schnittstelle von Playtomic kann Buchungen nur auslesen, nicht anlegen, und gehört zu den beiden größten Paketen. Am einfachsten sind deshalb feste Fenster, zum Beispiel Gastzeiten werktags bis 16 Uhr auf dem Marktplatz und alles andere im Vereinskalender.
Checkliste: Bevor ihr euch festlegt
- Wer soll buchen? Nur Mitglieder, auch Gäste, Firmen, Kurse?
- Wie wird bezahlt? Über den Beitrag, mit Platzgebühr, Gästegebühr oder per Guthaben?
- Wollt ihr neue Spieler gewinnen? Dann zählt die Sichtbarkeit in einer App.
- Läuft Tennis schon über ein System? Padel dort anzulegen spart doppelte Pflege.
- Licht und Tür: Lässt sich das Flutlicht an die Buchung koppeln? Das spart Strom und Ärger, mehr dazu im Beitrag Flutlicht am Padelcourt.
- Training und Liga: Gehen Serienbuchungen und gesperrte Zeiten für Mannschaften?
- Kosten: Fixe Monatsgebühr oder Provision je Buchung? Rechnet beides mit eurer erwarteten Auslastung durch, die Zahlen dazu stehen im Beitrag Was ein Padelplatz im Betrieb kostet.
Was wir Vereinen raten
- Nutzt ihr für Tennis schon ein System, legt Padel dort an. Das machen die meisten Vereine, und es funktioniert. Mitglieder buchen wie gewohnt, der Vorstand hat einen Kalender.
- Wollt ihr Gäste und Firmen gewinnen, stellt zusätzlich Gastzeiten auf einen Marktplatz. Aber nur mit einem führenden Kalender, sonst gibt es Doppelbuchungen.
- Habt ihr noch gar nichts, startet kostenlos. Unser Padello-Vereinsmanagement bringt Platzbuchung mit Serienbuchungen, Wetter im Buchungsplan, Ligasystem und Turnieren mit und kostet nichts.
Häufige Fragen
Was kostet ein Buchungssystem für Padel?
Die Grundpreise der Vereinslösungen liegen zwischen 15 und 45 Euro im Monat netto, Courtbooking gibt es mit Werbung sogar kostenlos. Systeme für kommerzielle Hallen wie Eversports oder Bookaball kosten rund 90 bis 220 Euro im Monat, dazu kommen Gebühren auf Online-Zahlungen. Playtomic nimmt neben dem Abo eine Provision je Online-Buchung. Die Steuerung von Licht und Tür kostet fast überall extra.
Zahlen Spieler bei Playtomic eine Servicegebühr?
Für eine normale Platzbuchung in Deutschland derzeit nicht. Für offene Matches berechnet Playtomic 29 bis 99 Cent, für Kurse, Ligen und Turniere zwei bis vier Prozent mit einer Obergrenze von 1,99 bis 2,99 Euro. So steht es in der Gebührentabelle der Playtomic-Hilfe, abgerufen am 1. Oktober 2026.
Kann ein Verein Playtomic und eBuSy gleichzeitig nutzen?
Ja, aber die beiden gleichen sich nicht von selbst ab. Eine fertige Kopplung haben wir bei keinem der beiden Anbieter gefunden, und die Schnittstelle von Playtomic kann Buchungen nur auslesen. Wer beides nutzt, legt feste Zeitfenster fest, in denen der Court nur in einem System buchbar ist.
Lässt sich das Flutlicht an die Buchung koppeln?
Bei fast allen Systemen, meist als Zusatzmodul. eBuSy berechnet für Licht, Heizung und Zutritt 20 Euro im Monat, Courtbooking vermietet die Technik ab 59 Euro im Monat, Book and Play schaltet Licht und Heizung nach der Buchung und schickt den Tür-Code per Mail. Playtomic arbeitet dafür mit Hardware-Partnern.
Welches Buchungssystem nutzen die meisten Vereine?
eBuSy. In unserer Auswertung buchen 56 von 224 Vereinen darüber, dahinter folgen Playtomic mit 45 und Book and Play mit 23. Zusammengenommen nutzt mehr als die Hälfte der Vereine klassische Vereinssoftware.
Was kostet das Padello-Vereinsmanagement?
Nichts. Platzbuchung, Serienbuchungen, Ligasystem und Turniere sind kostenlos.
Fazit
In Deutschland bucht fast jede zweite Padelanlage über Playtomic, in Hallen sind es sechs von zehn. Vereine ticken anders: Sie hängen Padel an ihre Tennis-Software, eBuSy vorneweg. Beides hat seine Berechtigung. Wer neue Spieler gewinnen will, braucht Sichtbarkeit. Wer vor allem Mitglieder versorgt, braucht einen Kalender, der Vereinsregeln kennt.
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