Premier Padel in Düsseldorf: Die Weltspitze kommt zurück ins CASTELLO
Vom 4. bis 11. Oktober spielt die absolute Weltspitze wieder in Düsseldorf. Wir haben alles zusammengetragen, was du für den Besuch brauchst: Spielplan Tag für Tag, Ticketpreise, den besten Tag für Sparfüchse – und die Vorgeschichte, die das Turnier 2025 zum Krimi gemacht hat.
Padello Redaktion
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Es gibt diesen Moment, in dem ein Sport für dich aufhört, ein Video auf dem Handy zu sein. Bei Padel ist das meistens der Moment, in dem du zum ersten Mal live danebenstehst und hörst, wie ein Smash aus zwei Metern auf das Glas trifft. Wer das nachholen will, hat in drei Wochen die beste Gelegenheit des Jahres: Vom 4. bis 11. Oktober 2026 ist die Qatar Airways Premier Padel Tour wieder im CASTELLO Düsseldorf zu Gast.
Es ist erst das zweite Mal, dass ein Turnier dieser Kategorie in Deutschland stattfindet. Die Premiere im vergangenen September hat gezeigt, dass das hier funktioniert – mehr dazu gleich. Vorher das Wichtigste auf einen Blick.
Schnellcheck
Wann
4. bis 11. Oktober 2026. Qualifikation ab Sonntag, Finals am Wochenende darauf.
Wo
CASTELLO Düsseldorf. Center Court plus Nebenplätze, alles überdacht.
Was es kostet
Tageskarte ab 9,50 € in der Qualifikation, Finalwochenende 39,50 bis 59,50 €.
Was 2025 passiert ist – und warum das eine Rechnung offen lässt
Die erste Auflage endete mit zwei Finals, die man sich merken konnte.
Bei den Herren standen sich die Weltranglistenersten Arturo Coello und Agustín Tapia und die Nummer zwei Alejandro Galán und Federico Chingotto gegenüber. Galán und Chingotto gewannen 7:6 (7) und 6:2 – ihr fünfter Titel der Saison und für Galán der fünfzigste seiner Karriere. Der erste Satz dauerte länger als mancher komplette Zweisatzsieg.
Bei den Damen lieferten Gemma Triay und Delfina Brea gegen Ari Sánchez und Paula Josemaría ein Match über drei Stunden und zwanzig Minuten ab, 6:4, 4:6, 6:3. Es war das zweitlängste Damenfinale in der Geschichte von Premier Padel. Wer am Sonntagabend im CASTELLO saß, hat das komplette Programm bekommen.
Über 5.000 Zuschauer kamen allein am Finalwochenende. Für ein Turnier, das es in Deutschland vorher nicht gab, ist das eine Ansage.
Die Ausgangslage 2026
Coello und Tapia haben Mitte September beim Paris Major im Roland-Garros-Stadion gewonnen – 6:3, 4:6, 7:6, ihr dritter Pariser Titel in Folge. Sie kommen also in Form nach Düsseldorf, und sie haben hier noch etwas gutzumachen.
Der Spielplan Tag für Tag
Acht Turniertage, und jeder hat seinen eigenen Charakter. Wenn du nur einmal kommen kannst, lohnt sich ein Blick auf die Unterschiede.
Tickets laufen über Ticketmaster und sind seit dem Frühjahr im Verkauf. VIP-Pakete mit Hospitality gibt es ab dem Viertelfinaltag.
Unser Tipp: die Qualifikationstage
Sonntag bis Dienstag kostet der Tag ab 9,50 €. Du siehst Spieler aus den Top 100 der Welt, die Halle ist noch nicht voll, und du stehst näher am Glas als an jedem anderen Tag. Wenn du verstehen willst, wie Profis eigentlich durch die Ecke spielen, lernst du hier mehr als im Finale – weil du die Fußarbeit sehen kannst statt nur den Ball.
Warum ausgerechnet Düsseldorf
Das ist keine Standortlotterie. Nordrhein-Westfalen ist mit Abstand das Padel-Bundesland Nummer eins: 194 Anlagen mit 705 Courts – mehr als Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Bundesweit zählt der PadelCompass-Atlas Mitte September 2026 2.297 Courts an 709 Anlagen in 477 Städten und Gemeinden, 57,9 Prozent davon indoor.
Zur Einordnung: Anfang 2023 waren es nach Zählung des DTB rund 130 Courts in ganz Deutschland. Die Zahlen aus den Zwischenjahren stammen von unterschiedlichen Verbänden und Erhebungen und sind nicht eins zu eins vergleichbar – ein Teil des Sprungs geht auf bessere Erfassung zurück, nicht nur auf Neubauten. An der Richtung ändert das nichts: Der Markt hat sich in vier Jahren um mehr als das Fünfzehnfache vergrößert.
Wer selbst spielt, merkt das an den Buchungszeiten. Eine Stunde kostet im Median 32 Euro zur Hauptzeit und 26 Euro in der Nebenzeit, die Spanne reicht von 8 bis 53 Euro.
Wer antritt – und womit
Das Teilnehmerfeld steht erst kurz vorher endgültig fest, weil sich die Setzliste aus dem Weltranglistenstand ergibt. Sicher ist: Ein P2-Turnier zieht die komplette Spitze an, weil es Ranglistenpunkte gibt, die in der Jahresabrechnung zählen.
Falls du dich beim Zuschauen fragst, womit die da eigentlich spielen – hier die Modelle der Protagonisten aus dem Vorjahresfinale.
Welcher davon zu dir passt – und warum die Antwort fast immer „keiner davon" lautet – steht in unserem Überblick über die spannendsten Padel-Schläger 2026.
Was du vom Zuschauen mitnimmst
Padel im Fernsehen sieht einfacher aus, als es ist. Die Kamera steht hinter dem Platz, und damit verschwindet genau das, was den Sport ausmacht: die Laufwege. Live siehst du, dass Profis die meiste Zeit nicht rennen, sondern kleine Anpassungsschritte machen und schon in Position stehen, bevor der Gegner trifft.
Drei Dinge, auf die es sich zu achten lohnt:
- Die Position am Netz. Profis stehen dichter dran, als du denkst – und weichen bei einem Lob nicht zurück, sondern drehen ab und laufen seitlich.
- Der Umgang mit der Wand. Amateure spielen gegen die Wand, Profis mit ihr. Achte darauf, wie oft ein Ball bewusst über die Scheibe gespielt wird, statt ihn direkt zu nehmen.
- Die Bandeja. Der wichtigste Schlag im Spiel, und der am meisten unterschätzte. Du wirst sie bei den Profis hundertmal sehen und im Fernsehen kaum je bemerkt haben.
Was bedeutet eigentlich „P2"?
Premier Padel staffelt seine Turniere nach Bedeutung: Major, P1, P2 und die Finals. P2 ist die Einstiegskategorie der Haupttour – weniger Ranglistenpunkte und Preisgeld als bei einem Major, aber dasselbe Teilnehmerfeld. Für Zuschauer ist der Unterschied vor allem einer: Die Tickets kosten einen Bruchteil.
Lohnt sich ein Tag mit Kindern?
Ja, und zwar eher unter der Woche als am Finalwochenende. In der Qualifikation und den ersten Hauptfeldrunden laufen mehrere Matches parallel, man kann sich frei bewegen und zwischendurch rausgehen. Das Finale ist ein Abendtermin mit voller Halle – schön, aber lang.
Kann ich das Turnier auch im Stream sehen?
Premier Padel überträgt seine Turniere über die eigenen Kanäle und Partner wie Red Bull TV. Die genauen Sendezeiten stehen meist erst in der Turnierwoche fest.
Gibt es 2026 noch andere Profi-Turniere in Deutschland?
Auf Premier-Padel-Ebene ist Düsseldorf der deutsche Termin. Daneben läuft der nationale Kalender des Deutschen Padel Verbands, der von rund 1.000 Turnieren im Jahr 2024 auf mittlerweile mehrere tausend gewachsen ist – die Bundesliga startet Ende September.
Und wenn du danach selbst spielen willst
Das ist der übliche Ablauf: Man fährt nach Düsseldorf, sieht acht Stunden Padel, und auf der Rückfahrt fragt jemand im Auto, warum es das eigentlich nicht im eigenen Verein gibt.
Die Zahlen von oben sind die Antwort darauf, dass diese Frage gerade überall gestellt wird. 709 Anlagen in Deutschland heißen auch: In den meisten Regionen ist der nächste freie Court immer noch zu weit weg. Wenn bei euch im Verein jemand laut darüber nachdenkt – wir haben aufgeschrieben, wie so ein Projekt wirklich abläuft, von der ersten Vorstandssitzung bis zum ersten Ballwechsel. Und wo die typischen fünf Hürden beim Bau liegen.
Bis dahin: Sonntag, 4. Oktober, CASTELLO Düsseldorf. Neun Euro fünfzig. Es gibt teurere Arten, einen Sonntag zu verbringen.
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