
Padel im Rollstuhl: Was der Court braucht und wie ihr ein inklusives Angebot startet
Der Deutsche Padel Verband sucht möglichst bis zum 20. November Vereine und Anlagen, die inklusives Padel und Para-Padel anbieten wollen. Wir haben nachgelesen, was ein Court dafür braucht, von den Zugängen bis zur Schwelle, im Platzfinder gezählt, wie viele Anlagen Barrierefreiheit oder ein inklusives Angebot nennen, und einen Fahrplan bis zum ersten festen Termin aufgeschrieben.
Inhalt7 Abschnitte
Am 1. November hat der Deutsche Padel Verband einen Aufruf veröffentlicht: „Padel für alle – wir suchen euch!“ Der DPV will inklusives Padel und Para-Padel voranbringen und dafür ein Netzwerk aufbauen. Gesucht sind Vereine, Padel-Standorte, Betreiber und Initiativen, die ein inklusives Angebot ermöglichen, Erfahrung teilen, sich vernetzen oder gemeinsame Veranstaltungen und Turniere organisieren wollen. Die Rückmeldung soll möglichst bis zum 20. November 2026 kommen. Ein fertiges Angebot braucht ihr dafür nicht: „Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr bereits konkrete Angebote umsetzt oder euch erstmals mit dem Thema beschäftigt“, schreibt der Verband.
Eine Frage stellt sich trotzdem früh: Kommen Rollstuhlfahrende auf eurer Anlage überhaupt bis aufs Spielfeld? Wir haben Regelwerke, Normen und Förderbedingungen gelesen und im Platzfinder gezählt, wie viele Anlagen Barrierefreiheit oder ein inklusives Angebot nennen.
Schnellcheck
2 Aufpraller
darf der Ball im Rollstuhl-Padel machen, sonst bleibt das Spiel fast gleich
2 Zugänge
je Seite braucht der Court laut spanischem Reglement fürs Spiel im Rollstuhl
2 cm
höchstens darf eine Schwelle nach DIN 18040-1 hoch sein, und nur, wenn es nicht anders geht
30 von 819
Anlagen im Padello-Platzfinder erwähnen Barrierefreiheit oder Inklusion
So wird im Rollstuhl gespielt
Rollstuhl-Padel ist Padel mit wenigen Anpassungen. Die wichtigste: Der Ball darf zweimal aufspringen, bevor er zurückgespielt werden muss, wie im Rollstuhltennis. Entstanden ist die Disziplin laut einer Studie im Fachjournal PLOS ONE im Jahr 2010. Das spanische Reglement für adaptiertes Padel legt außerdem fest:
- Aufschlag: Die Vorderräder stehen hinter der Linie, der Ball wird unter Schulterhöhe getroffen, der Spieler bewegt sich dabei nicht. Wer Schwierigkeiten hat, den Ball mit der Hand aufzuprellen, darf dafür den Schläger nehmen.
- Rollstuhl: Er zählt als Teil des Körpers. Füße und Taille sind mit Gurten gesichert, mit dem Fuß bremsen oder vom Sitz abheben ist verboten.
- Spiel nach draußen: Ist im Rollstuhl nicht vorgesehen.
Für Vereine noch wichtiger: Rollstuhlfahrende und Spielerinnen und Spieler ohne Rollstuhl können zusammen spielen. Der französische Tennisverband, der dort auch Padel organisiert, lässt Spieler im Rollstuhl ausdrücklich bei seinen übrigen Turnieren starten. „La seule différence“, heißt es im Reglement: Der einzige Unterschied sind zwei Aufpraller statt einem. Beim TC Puchheim in Bayern, der seit 2025 das Projekt „Padel trotz(t) Handicap“ betreibt, wird laut einem Gastbeitrag im Barrierefrei-Magazin vom Dezember 2025 „grundsätzlich mit normalen Bällen, Schlägern und auf regulären Spielfeldern“ gespielt. Was sonst gilt, steht in unserem Beitrag zu den Padel-Regeln.
Inklusiv heißt im Padel nicht nur Rollstuhl: Der DPV kooperiert auch mit Gehörlosen-Verbänden und über die Padel Arena Kamen mit Special Olympics Nordrhein-Westfalen, und die FIP hat adaptiertes Padel im Oktober als Priorität benannt. Wir bleiben beim Rollstuhl, weil dort der Court selbst zur Hürde werden kann.
Was der Court braucht
Drei Stellen entscheiden: die Öffnungen in der Seitenwand, die Kante am Boden und der Weg zum Court.
Die Zugänge
Die erste Hürde ist die Öffnung in der Seitenwand. Das aktuelle FIP-Regelwerk, angewendet seit 1. Januar 2026, kennt zwei Bauweisen. Mit einem Zugang je Seite muss die Öffnung mindestens 1,05 m breit und 2,00 m hoch sein, höchstens 2,20 × 2,20 m. Mit zwei Zugängen je Seite darf jeder zwischen 0,72 und 1,10 m breit sein. DIN 18040-1, die Norm für barrierefreies Bauen in öffentlich zugänglichen Gebäuden, verlangt für Türen dagegen mindestens 0,90 m lichte Breite und 2,05 m lichte Höhe. Ein Court mit zwei Zugängen je Seite kann also regelkonform und trotzdem schmaler als eine barrierefreie Tür sein.
Für das Spiel im Rollstuhl taugt trotzdem nur diese zweite Bauweise. Laut spanischem Reglement für adaptiertes Padel kommt man bei nur einem Zugang je Seite mit dem Rollstuhl nicht auf den Court. Das dürfte an der Lage liegen: Die Zugänge müssen laut FIP symmetrisch zur Mitte sitzen, ein einzelner Zugang je Seite liegt also auf Höhe des Netzes, wo auch der Netzpfosten steht. Plant deshalb zwei Zugänge je Seite, jeder so breit, dass ein Sportrollstuhl durchpasst.
Wie breit die Zugänge sein dürfen
Lichte Breite laut FIP-Regelwerk 2026 im Vergleich mit der Türbreite nach DIN 18040-1
Quellen: FIP Rules of Padel, gültig ab 1. Januar 2026; DIN 18040-1 (Türen in öffentlich zugänglichen Gebäuden: lichte Breite mindestens 0,90 m, Höhe mindestens 2,05 m; die FIP verlangt mindestens 2,00 m Höhe); spanisches Reglement für adaptiertes Padel (FEDDF, auf Basis des FIP-Regelwerks von 2010): zwei Zugänge je Seite mit je mindestens 1,05 m; bei nur einem Zugang je Seite kommt man dort mit dem Rollstuhl nicht auf den Court, deshalb ist dieser Balken grau. Dass 1,05 bis 1,10 m beides erfüllen, ist unsere Lesart der Texte.
Wie breit das ist, steht im selben Reglement: Ein angepasster Court hat zwei Zugänge mit mindestens 1,05 m, damit die Spieler direkt hineinfahren können. Weil bei zwei Zugängen je Seite nach dem FIP-Regelwerk von 2010 höchstens 0,82 m erlaubt waren, empfahl es Schiebetüren, die beim Spiel wieder auf dieses Maß gehen. Auch die DIN-Tür reicht für Rollstuhl-Padel nicht unbedingt: Die Norm nennt Sportrollstühle ausdrücklich als Beispiel, für das nutzungsbedingt andere Bewegungsflächen nötig sein können.
Unsere Lesart für Neubauten
Das aktuelle FIP-Regelwerk erlaubt bei zwei Zugängen je Seite bis zu 1,10 m, in der Fassung von 2017 waren es noch 1,00 m. Wer heute neu baut, kann die zwei Öffnungen je Seite also 1,05 bis 1,10 m breit machen. Dann passen FIP-Regelwerk und spanische Empfehlung ohne Schiebetür zusammen, und jeder Zugang ist breiter, als die Norm für Türen verlangt.
Messt im Bestand die lichte Breite, also das, was wirklich frei bleibt. Bei Courts mit Spiel nach draußen müssen die Zugänge laut FIP an den Seiten und oben mindestens 2 cm dick gepolstert sein, dann zählt das Maß zwischen den Polstern. Türgriffe sitzen außen und dürfen nicht in den Court ragen.
Schwelle und Boden
Die zweite Hürde liegt am Boden. DIN 18040-1 ist eindeutig: „Untere Türanschläge und -schwellen sind nicht zulässig. Sind sie technisch unabdingbar, dürfen sie nicht höher als 2 cm sein.“ Das FIP-Regelwerk erlaubt für Zugänge ohne Tür ein Profil am Boden, das die Konstruktion verstärkt, schreibt es aber nicht vor und nennt dafür keine Höhe. Warum schon kleine Kanten stören, erklären die Hamburger Standardanforderungen für barrierefreie Sporthallen, an denen der Deutsche Rollstuhl-Sportverband mitgearbeitet hat: Sportrollstühle haben kleine Lenkräder.
Auf dem Court selbst wird auf dem normalen Kunstrasen gespielt, das spanische Reglement übernimmt die Belagsvorgaben des regulären Courts. Belastbare Messwerte dazu, wie leicht ein Rollstuhl auf sandverfülltem Padel-Rasen rollt, haben wir nicht gefunden. Lasst euren Court deshalb von Rollstuhlfahrenden ausprobieren, bevor ihr Geld in Umbauten steckt.
Der Weg zum Court
Ein Court ist nur so zugänglich wie der Weg dorthin. DIN 18040-1 gilt für öffentlich zugängliche Gebäude und deren Außenanlagen, soweit diese der Erschließung und gebäudebezogenen Nutzung dienen, und nennt Sport- und Freizeitstätten beim Namen. Sie gilt für Neubauten, bei Umbauten sollte sie sinngemäß angewendet werden. Ob ein frei stehender Outdoor-Court darunter fällt, klärt ihr mit der Bauaufsicht. Für Wege und Stellplätze auf dem Grundstück nennt die Norm:
- Gehwege: mindestens 1,50 m breit (bis 6 m Länge ohne Richtungswechsel auch 1,20 m, wenn man an beiden Enden wenden kann), nach höchstens 15 m eine Begegnungsfläche von 1,80 × 1,80 m, fest, eben und erschütterungsarm befahrbar
- Neigung: längs höchstens 3 Prozent, bis 6 Prozent nur mit Zwischenpodesten nach höchstens 10 m, quer höchstens 2,5 Prozent
- Rampen: höchstens 6 Prozent, ohne Querneigung, mindestens 1,20 m breit, Läufe höchstens 6 m lang, oben und unten eine Bewegungsfläche von 1,50 × 1,50 m
- Stellplätze für Menschen mit Behinderung: mindestens 3,50 m breit und 5,00 m lang
Dazu gehören barrierefreie Toiletten und Umkleiden, mehr dazu in unserem Beitrag Aus der Gewerbehalle wird eine Padelhalle.
Neubau oder Bestand
Beim Neubau lässt sich das meiste von Anfang an einplanen: zwei breite Zugänge je Seite, ein Übergang vom Weg auf den Court ohne Kante und ein fester Weg vom Parkplatz. Schreibt Zahl und lichte Breite der Zugänge und den Übergang ausdrücklich ins Angebot. Bei unseren Outdoor-Courts im Full-Service kommen Fundament, Bodenplatte und Court aus einer Hand, damit liegt auch der Übergang vom Weg auf den Court in einer Verantwortung.
Im Bestand hilft ein Zollstock mehr als jede Norm. Hat euer Court nur einen Zugang je Seite, liegt eine Öffnung unter 0,90 m oder gibt es eine Kante am Boden, fragt beim Hersteller nach, was sich ändern lässt, bevor ihr ein Angebot ankündigt.
Wer Barrierefreiheit oder Angebote nennt
Im Padello-Platzfinder stehen 819 veröffentlichte Anlagen, 707 in Deutschland, 63 in Österreich, 48 in der Schweiz und eine in Südtirol. Die Einträge tragen wir aus den Websites und Buchungsprofilen der Anlagen zusammen. Am 7. November haben wir alle Einträge nach Begriffen wie barrierefrei, barrierearm, Rollstuhl, Handicap, inklusiv und Menschen mit Behinderung durchsucht und jeden Treffer gelesen. 30 Anlagen erwähnen das Thema, das sind 3,7 Prozent. Nur eine nennt ausdrücklich Rollstuhl-Padel, fünf ein inklusives Angebot wie Training, Gruppe, Schulprojekt oder Veranstaltung. 19 sprechen von einem barrierefreien oder barrierearmen Zugang, fünf streifen das Thema nur.
Wie viele Anlagen das Thema nennen
819 veröffentlichte Einträge im Padello-Platzfinder (707 in Deutschland, 63 in Österreich, 48 in der Schweiz, einer in Südtirol), Stand 7. November 2026
Gezählt haben wir, was in unseren Platzfinder-Einträgen steht, etwa barrierefrei, barrierearm, behindertengerecht, Rollstuhl, Handicap, inklusiv oder Menschen mit Behinderung. Die Einträge tragen wir aus den Websites und Buchungsprofilen der Anlagen zusammen, vor Ort geprüft sind die Angaben nicht. Jede Anlage zählt einmal, in der ersten passenden Gruppe. Die Zahl ist eine Untergrenze: Fehlt ein Hinweis, heißt das nicht, dass eine Anlage nicht barrierefrei ist.
Drei Beispiele zeigen die Bandbreite. Bei der SG Blau-Weiß Ershausen in Thüringen gibt es eine inklusive Padel-Tennis-AG mit dem St. Johannesstift Ershausen, alle zwei Wochen dienstags von 13:15 bis 16:00 Uhr. Zuerst trainieren die Sportlerinnen und Sportler des Stifts unter Anleitung, ab 14:30 Uhr helfen Schülerinnen und Schüler als Co-Trainer mit. Auf dem GreenTEC Campus in Enge-Sande in Nordfriesland trainiert unter dem Leitsatz „Padel ist wirklich für Alle da“ eine inklusive Gruppe mit Menschen mit ganz verschiedenen Behinderungen, die Anlage ist samt Sanitärräumen barrierefrei, drei barrierefreie Stellplätze liegen direkt bei Platz 3. Und die Padel Arena Kamen bietet Training für Menschen mit Behinderung an.
Die Zählung ist eine Untergrenze, denn unsere Einträge sind nur so vollständig wie ihre Quellen, und vor Ort geprüft haben wir die Angaben nicht. Der TC Puchheim etwa, über dessen Projekt das Barrierefrei-Magazin berichtet hat, stand bei unserer Zählung noch ohne diesen Hinweis im Platzfinder. Die Lücke liegt bei uns, nicht beim Verein. Für Anlagen heißt das: Schreibt auf eurer Website und im Buchungsprofil, ob ihr barrierefrei seid und was ihr anbietet, sonst findet man euch schwer. Weitere Standorte mit inklusiven Angeboten nennt der DPV auf seiner Seite zur Inklusion.
Schritt für Schritt zum inklusiven Angebot
Sechs Schritte zum inklusiven Angebot
Schritt 1 ist jetzt dran: die Rückmeldung an den DPV
Wer fördern lassen will, stellt den Antrag, bevor das Vorhaben beginnt: Begonnene Vorhaben fördert die Aktion Mensch nicht, Angebote während Unterricht, Ganztag oder Werkstattzeit ebenfalls nicht.
1 · Beim DPV melden
Möglichst bis 20. November an Juliane Bierich, Vorständin im Deutschen Padel Verband: [email protected]. Schreibt kurz, was ihr habt und was ihr vorhabt: Courts, Zugang, Ansprechperson, Idee.
2 · Court und Weg prüfen
Zahl und lichte Breite der Zugänge, Kante am Boden, Weg vom Parkplatz, Toilette. Am besten zusammen mit jemandem, der selbst im Rollstuhl sitzt.
3 · Partner finden
Rollstuhlsportgruppen, Einrichtungen, Schulen. Vereine in eurer Nähe findet ihr über die Vereinssuche des Deutschen Rollstuhl-Sportverbands und die Landesverbände des Deutschen Behindertensportverbands. In Puchheim war für den 2. August 2025 ein Inklusions-Talenttag mit Tennis und Padel angekündigt, veranstaltet von der Deutschen Behindertensportjugend und ausgerichtet vom Deutschen Rollstuhl-Sportverband.
4 · Förderung klären
Die nächste Antragsphase der Aktion Mensch läuft vom 1. Januar bis 15. Februar 2027. Begonnene Vorhaben sind ausgeschlossen, also erst beantragen, dann starten.
5 · Probetraining
Klärt mit dem Partner, wer Sportrollstühle mitbringt, und plant einen Trainer ein, der das Spiel mit zwei Aufprallern kennt. Fragt beim DPV nach, ob es dafür Schulungen gibt.
6 · Fester Termin
In Ershausen ist es alle zwei Wochen der Dienstag. Tragt den Termin fest in den Belegungsplan ein, damit er nicht jeder Buchung weichen muss. Wollt ihr bei der Aktion Mensch beantragen, legt das Training außerhalb von Unterricht, Ganztag und Werkstattzeit.
Wer das bezahlt
Für ein inklusives Angebot auf einem bestehenden Court braucht ihr vor allem Trainer und Organisation. Ein passender Topf dafür ist „Sport und Kultur vor Ort“ der Aktion Mensch:
- Zuschuss: bis 50.000 Euro, bis zu 90 Prozent, bis zu 24 Monate Laufzeit
- Was zählt: Personal, Honorare, Sachkosten und Kosten für die Herstellung der Barrierefreiheit; Investitionen nur bis 10 Prozent der Gesamtkosten
- Voraussetzungen: gemeinnützige Organisation mit Sitz in Deutschland, Gesamtkosten mindestens 15.000 Euro, Eigenmittel mindestens 10 Prozent
- Zielgruppe: vorrangig Erwachsene ab 18 Jahren mit lebensbegleitender Behinderung
- Ausgeschlossen: Vorhaben, die vor dem Antrag begonnen haben, einen therapeutischen Schwerpunkt haben oder im Schwerpunkt durch Aufträge an Dritte umgesetzt werden
- Nicht während Schule oder Werkstatt: Angebote während der regulären Betreuungs-, Unterrichts- oder Arbeitszeit fördert das Programm nicht, etwa im Schulunterricht, im gebundenen oder offenen Ganztag oder während der Arbeitszeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung
Das Programm bezahlt also das Angebot, nicht den Court, und für kleine Starts unter 15.000 Euro Gesamtkosten passt es nicht. Wer ein bestehendes Angebot dauerhaft inklusiver machen will, findet bei der Aktion Mensch außerdem „Vor Ort aktiv“ mit bis zu 300.000 Euro über bis zu vier Jahre, bei Gesamtkosten ab 50.000 Euro. Vorhaben, die vor allem ein neues Sportangebot schaffen, fördert dieses Programm nicht, und Menschen mit Behinderung müssen aktiv an Planung und Umsetzung beteiligt sein.
Für Umbauten an Court und Weg sind die Sportstättenprogramme der Länder zuständig. In Nordrhein-Westfalen nennt das Programm „Moderne Sportstätte“ Barrierearmut ausdrücklich als besonderes Förderziel, und die Landesregierung hat dem Sportausschuss des Landtags im April 2026 geschrieben, dass Mehrkosten für eine barriereärmere Ausführung grundsätzlich zuwendungsfähig sind. Welche Programme es in den anderen Ländern gibt und warum ihr vor dem Bescheid nichts unterschreiben solltet, steht in unserem Beitrag Förderung für Padel-Courts.
Häufige Fragen
Brauchen wir für Rollstuhl-Padel einen eigenen Court?
Nein, sofern der Court zwei ausreichend breite Zugänge je Seite hat. Mit nur einem Zugang je Seite kommt man laut spanischem Reglement im Rollstuhl nicht hinein. Gespielt wird auf dem regulären Court mit normalem Belag. Entscheidend sind außerdem eine Kante am Boden und der Weg zum Court.
Können Rollstuhlfahrende mit Spielern ohne Rollstuhl zusammen spielen?
Ja. Der französische Verband lässt Spieler im Rollstuhl auch bei Turnieren mit Spielern ohne Rollstuhl starten, mit oder ohne Partner im Rollstuhl. Der einzige Unterschied ist der zweite Aufpraller. Gemischte Doppel funktionieren also auch im Vereinstraining.
Welche Rollstühle braucht man?
Für Turniere Sportrollstühle: Der italienische Verband schreibt bei seiner Rollstuhl-Padel-Serie speziell für Padel gebaute Rollstühle vor. Bei der spanischen Meisterschaft 2022 in Jerez mussten alle Teile, die an die Glaswände stoßen können, gedämpft sein, damit das Glas nicht bricht.
Muss ein neuer Court barrierefrei sein?
Das FIP-Regelwerk verlangt, dass öffentliche Anlagen die Zugangsnormen für Menschen mit Behinderung einhalten. DIN 18040-1 zählt Sport- und Freizeitstätten zu den öffentlich zugänglichen Gebäuden und gilt für die Teile, die die Öffentlichkeit nutzt. Ob sie auch für die Öffnung im Court gilt, entscheidet eure Bauaufsicht. Fragt dort früh nach.
Wir bieten noch nichts an. Lohnt sich die Meldung beim DPV trotzdem?
Ja. Der DPV schreibt ausdrücklich, dass es keine Rolle spielt, ob ihr schon ein Angebot habt. Wer sich jetzt meldet, ist im Netzwerk von Anfang an dabei und lernt von Anlagen mit Erfahrung.
Was ihr jetzt tun könnt
Meldet euch möglichst bis zum 20. November beim DPV, auch wenn ihr noch kein Angebot habt. Prüft am eigenen Court, ob es zwei ausreichend breite Zugänge je Seite gibt und ob am Boden eine Kante bleibt, denn nach DIN 18040-1 sind höchstens 2 cm erlaubt und auch die nur, wenn es technisch nicht anders geht. Wer eine Förderung will, beantragt sie vor dem Start, bei der Aktion Mensch zwischen dem 1. Januar und dem 15. Februar 2027.
Ihr plant einen Court, der für alle offen ist?
Sagt uns bei der Anfrage, dass ihr im Rollstuhl spielen wollt, dann planen wir Zugänge und Schwelle mit ein.
Zum PlatzbauStand 7. November 2026. Maße nach dem FIP-Regelwerk (angewendet ab 1. Januar 2026), DIN 18040-1 (Ausgabe Oktober 2010; ein Entwurf zur Überarbeitung ist im Januar 2023 erschienen) und den genannten Reglements. Das spanische Reglement für adaptiertes Padel beruht auf dem FIP-Regelwerk von 2010, das Reglement des französischen Verbands lag uns als im Netz veröffentlichte Kopie des Kapitels Para Padel 2027 vor. Ob eine Norm für euer Vorhaben verbindlich ist, entscheidet die Bauaufsicht, über Förderungen die jeweilige Förderstelle.


