Indoor oder Outdoor? Die ehrliche Rechnung für den deutschen Winter

Draußen ist an zwei von drei Abenden Padel-Wetter, in der Halle an jedem. Wir haben zehn Jahre Wetterdaten aus fünf Städten ausgewertet und die Preise von 19 Anlagen verglichen, die beides haben: was eine Halle mehr bringt, was sie kostet und für wen sie sich lohnt.

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Padello Redaktion

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25. September 2026•9 Min. Lesezeit
Indoor oder Outdoor? Die ehrliche Rechnung für den deutschen Winter

Ende September kippt die Saison. Gegen acht ist es dunkel, nachts wird es einstellig, und auf den Freiplätzen kommt dieselbe Frage wie jedes Jahr: Hätten wir doch eine Halle? Oder, wenn das Projekt noch auf dem Papier steht: Brauchen wir eine?

Die Antwort kommt meistens aus dem Bauch. Wir haben stattdessen nachgezählt. Zehn Jahre Stundenwerte des Deutschen Wetterdienstes aus Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt und München, jeweils die Abendstunden zwischen 17 und 22 Uhr, in denen die meisten spielen. Dazu die Preise der 19 Anlagen aus unserem Platzfinder, die Halle und Freiplatz haben und beides eindeutig ausweisen. Und unsere eigenen Baupreise.

Schnellcheck

68 %

der Abendstunden sind draußen Padel-Wetter, trocken und ab 5 Grad

23 %

sind es im Januar, von April bis Oktober dagegen 86 %

+585

spielbare Abendstunden hat die Halle im Jahr, drei Viertel davon im Winter

+6 €

kostet die Hallenstunde zur Primetime, Median aus 19 Anlagen mit beidem

Was wir als spielbar zählen

Eine Abendstunde, in der es weder in dieser noch in der Stunde davor geregnet hat und die im Mittel mindestens 5 Grad warm ist. Wer bei 2 Grad mit Handschuhen spielt, spielt natürlich auch dann. Aber darunter bleiben die meisten Freizeitspielerinnen und -spieler zu Hause, und der Ball wird hart und träge. Die Stunde nach einem Schauer haben wir bewusst noch als nass gezählt, obwohl ein Court mit Drainagebeton schnell abtrocknet.

Der Sommer ist nicht das Problem

Von April bis Oktober ist draußen an 86 von 100 Abendstunden Padel-Wetter. Was fehlt, nimmt der Regen, und der verteilt sich erstaunlich gleichmäßig über das Jahr: In jedem Monat sind zwischen 81 und 88 Prozent der Abendstunden trocken.

Ab November ändert sich das Bild, und zwar nicht, weil es mehr regnet. Es wird kalt. Im November ist gut die Hälfte der Abendstunden spielbar, im Dezember knapp ein Drittel, im Januar nicht einmal ein Viertel. Erst im März sind es wieder zwei von drei.

Wie oft draußen Padel-Wetter ist

Anteil der Abendstunden zwischen 17 und 22 Uhr, die trocken und mindestens 5 Grad warm sind. Mittel aus fünf Städten, 2016 bis 2025

Halle: jede Abendstunde<title>Jan: 23 %</title>23 %Jan<title>Feb: 39 %</title>Feb<title>Mär: 66 %</title>Mär<title>Apr: 84 %</title>Apr<title>Mai: 86 %</title>Mai<title>Jun: 87 %</title>Jun<title>Jul: 86 %</title>Jul<title>Aug: 87 %</title>Aug<title>Sep: 88 %</title>88 %Sep<title>Okt: 84 %</title>Okt<title>Nov: 53 %</title>Nov<title>Dez: 31 %</title>Dez

Von April bis Oktober kostet fast nur der Regen Spielzeit, etwa jede siebte Abendstunde. Im Winter ist es die Kälte: Im Januar sind nur 23 Prozent der Abendstunden trocken und mindestens 5 Grad warm. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, Stationen Hamburg, Berlin, Köln/Bonn, Frankfurt und München.

Die Kurve erklärt, warum der Satz „ein Padel-Court ist ganzjährig bespielbar" stimmt und trotzdem in die Irre führt. Technisch stimmt er: Kunstrasen auf Drainagebeton verträgt Regen, bei Frost und Schnee ist Pause, kaputt geht dabei nichts. Wie oft im Winter wirklich gespielt wird, ist aber eine andere Frage. Von November bis März liegen im Schnitt 42 Prozent der Abendstunden über unserer Schwelle. Und ohne Flutlicht gibt es im Winter gar keine Abendstunden, Ende Dezember ist es gegen halb fünf dunkel.

Hamburg ist nicht München, im Winter verlieren beide

Zwischen den Städten gibt es Unterschiede, sie sind aber kleiner als gedacht. Frankfurt kommt auf rund 1.305 spielbare Abendstunden im Jahr, Köln/Bonn auf 1.280, Berlin auf 1.260. Am Ende stehen Hamburg mit 1.190 und München mit 1.170. In Hamburg regnet es an mehr Abenden, in München ist der Winter kälter: Im Dezember ist dort nicht einmal jede vierte Abendstunde spielbar.

Die eigentliche Lücke liegt woanders. Eine Halle hat 1.826 Abendstunden im Jahr, jede einzelne. Das sind rund 585 mehr als ein Freiplatz im Schnitt der fünf Städte, und drei Viertel davon fallen zwischen November und März.

Spielbare Abendstunden im Jahr: Halle gegen Freiplatz

17 bis 22 Uhr, trocken und ab 5 Grad, Mittel der Jahre 2016 bis 2025

November bis MärzApril bis OktoberHalle1.826 Std.davon 41 % im WinterFrankfurt1.305 Std.davon 27 % im WinterKöln/Bonn1.279 Std.davon 28 % im WinterBerlin1.258 Std.davon 24 % im WinterHamburg1.191 Std.davon 25 % im WinterMünchen1.170 Std.davon 25 % im Winter

Zwischen der besten und der schlechtesten Stadt liegen rund 135 Stunden im Jahr, zwischen Freiplatz und Halle rund 585. Drei Viertel davon fallen zwischen November und März.

Was die Halle mehr einbringt

Im Platzfinder haben 43 der 686 deutschen Anlagen beides, Halle und Freiplatz. 19 davon weisen ihre Preise so aus, dass sich die Primetime für den Doppelcourt vergleichen lässt. Das Ergebnis: Die Hallenstunde kostet im Median 40 Euro, die Stunde draußen 34 Euro. Sechs Euro Aufschlag, rund 18 Prozent. Neun der 19 Anlagen gehören zur selben Kette und rechnen überall ähnlich. Die übrigen streuen stärker: Drei verlangen drinnen und draußen dasselbe, zwei schlagen zehn Euro auf.

Rechnen wir das hoch, und zwar ausdrücklich als Obergrenze, weil keine Anlage jede Stunde verkauft. Ein Freiplatz kann mit seinen rund 1.240 spielbaren Abendstunden zu 34 Euro höchstens gut 42.000 Euro im Jahr einspielen. Ein Hallencourt kommt mit 1.826 Stunden zu 40 Euro auf gut 73.000 Euro. Die Halle bringt also höchstens rund 31.000 Euro mehr, pro Court und nur abends gerechnet. Ob sie das wirklich bringt, entscheidet die Nachfrage im Winter, nicht das Wetter.

Den Winter über den Preis steuern

Manche Vereine gehen den umgekehrten Weg und machen den Winter billiger statt überdacht. Im Platzfinder finden sich Gastpreise, die nach der Saison von 24 auf 16 Euro fallen, und Flutlichtzuschläge von ein bis zwei Euro ab dem Abend. So bleibt der Court auch im Januar belegt, ohne dass jemand eine Halle bezahlen muss.

Was die Halle kostet

Beim Court selbst ist die Halle günstiger. Ein Indoor-Court kostet bei uns ab rund 28.000 Euro netto, weil er auf die vorhandene Bodenplatte gedübelt wird und keinem Wind standhalten muss. Draußen braucht es Erdarbeiten, ein Streifenfundament und Drainagebeton, und die Konstruktion wird auf die Windlastzone ausgelegt. Ein schlüsselfertiger Outdoor-Court liegt bei uns ab rund 77.000 Euro netto, gerechnet auf einem alten Tennisplatz. Das sind rund 49.000 Euro Unterschied je Court.

Nur steht die Halle nicht umsonst da. Ein Doppelcourt belegt drinnen 20,50 mal 10,50 Meter, dazu kommen 1,50 Meter Abstand zum Nachbarcourt, zusammen rund 250 Quadratmeter. Produktionshallen kosten etwa in Oberschwaben 4,30 bis 6,70 Euro Kaltmiete je Quadratmeter und Monat (IHK Bodensee-Oberschwaben, Stand Juni 2025), in Ballungsräumen mehr, und die übliche Halle ist dort vier bis sechs Meter hoch, niedriger als Padel sie braucht. Mit 5 bis 6 Euro gerechnet kostet allein die Courtfläche 15.000 bis 18.000 Euro im Jahr. Wege, Empfang, Umkleiden, Heizung und das Licht, das in der Halle auch tagsüber brennt, sind da noch nicht drin.

Nach rund drei Jahren ist der Preisvorteil beim Court aufgebraucht. Danach kostet die Halle jedes Jahr, auch im Juli, wenn draußen ohnehin jede Stunde spielbar ist. Was der laufende Betrieb eines Freiplatzes kostet, haben wir in einem eigenen Beitrag durchgerechnet, die Halle kommt dort noch obendrauf.

Eines gehört zur Ehrlichkeit dazu: Hallen bauen wir nicht, und wir vermitteln auch keinen Hallenbauer. Die Halle muss stehen oder geplant sein, bevor wir die Courts setzen. Wer neu baut, sollte deshalb früh mit uns reden, damit Höhe, Boden und Heizung zu den Courts passen.

Und ein Dach über dem Freiplatz?

Klingt nach dem Besten aus beiden Welten, ist es aber selten. Ein Dach schützt vor Regen, nicht vor Kälte. Die Abendstunden, in denen es regnet und trotzdem mindestens 5 Grad hat, summieren sich auf rund 216 im Jahr, von 177 in Berlin bis 255 in Hamburg. Mehr holt ein offenes Dach nicht zurück, die Winterlücke ist Kälte. Dazu muss es auf 8 bis 10 Meter Höhe und kostet nach deutschen Normen rund 100.000 Euro je Court. Deshalb bieten wir keine Überdachungen an.

Passt Padel in eure Halle?

Wer eine Halle hat oder mieten kann, prüft fünf Dinge. Die meisten Anfragen scheitern nicht an der Fläche, sondern an der Höhe.

Drinnen

  • Höhe: frei über der ganzen Courtfläche ab 6 Meter für den Freizeitbetrieb, ab 7 für nationale Turniere, ab 8 für internationale. Bei Satteldachhallen ist fast immer die Traufe der Engpass.
  • Fläche: 20,50 × 10,50 Meter je Doppelcourt, 1,50 Meter zwischen den Courts. Ein Single-Court ist 6,50 Meter breit.
  • Boden: eben und tragfähig. Verankert wird mit Dübeln von 12 Zentimetern. Liegt eine Fußbodenheizung, werden die Ankerpunkte ausgespart, im Neubau kein Problem, im Bestand erst die Rohrtiefe klären.
  • Genehmigung: Wird eine Halle umgenutzt, braucht es in aller Regel eine Nutzungsänderung.
  • Bauzeit: rund acht Wochen ab Vertrag. Die Courts kommen nach sechs bis acht Wochen, die Montage dauert vier bis fünf Tage je Court.

Draußen

  • Fläche: 20,85 × 10,85 Meter je Doppelcourt, das Fundament ist da schon drin.
  • Fundament: Draußen bauen wir nur komplett, mit Erdarbeiten, Streifenfundament und unserem Drainagebeton. Der Boden entscheidet, ob der Court nach dem Regen wieder trocken ist.
  • Genehmigung: In den meisten Fällen braucht es eine Baugenehmigung, und die Nachbarn hören mit. Für die Lärmfrage gibt es von uns ein Gutachten als Grundlage.
  • Flutlicht: Ohne Licht keine Abendstunden, im Winter ab halb fünf.
  • Bauzeit: rund drei Monate. Acht Tage Tiefbau, drei bis vier Wochen Aushärtung, fünf Tage Aufbau je Court.

Für die Halle gilt: Schickt uns Grundriss und Schnitt, dann sehen wir schnell, wie viele Courts reinpassen. Was dabei zählt, steht auch auf unserer Platzbau-Seite. Für draußen gilt der Kalender: Wer im April spielen will, sollte die Genehmigung jetzt im Herbst angehen, gebaut wird dann im Winter. Wie das auf einem alten Tennisplatz abläuft, steht in unserem Beitrag über Padel im Tennisverein.

Draußen oder Halle auf einen Blick

Court (netto)
Draußenab rund 77.000 € mit Erdarbeiten und Fundament
Halleab rund 28.000 €, ohne Halle
Spielbare Abendstunden im Jahr
Draußenrund 1.240
Halle1.826
davon November bis März
Draußenrund 320
Halle756
Primetime-Preis (Median)
Draußen34 €
Halle40 €
Laufende Kosten
DraußenStrom, Wartung, Versicherung
Halledazu Miete oder Kapitaldienst, Heizung, Licht auch tagsüber
Bauzeit ab Vertrag
Draußenrund 3 Monate
Hallerund 8 Wochen, die Halle muss stehen
Genehmigung
Draußenmeist Baugenehmigung, Lärm im Blick
Hallebei Umnutzung meist Nutzungsänderung

Für wen sich was lohnt

Verein mit Tennisanlage

Draußen

Die Mitglieder spielen von April bis Oktober, und da ist der Freiplatz fast so gut wie die Halle. Der Winter ist Zugabe und lässt sich über Preis und Flutlicht steuern. 93 Prozent der Vereinscourts in Deutschland stehen draußen.

Kommerzieller Betreiber

Drinnen

Wer Miete und Personal zahlt, muss auch im Januar verkaufen. Die Halle bringt rund 585 Abendstunden mehr und sechs Euro je Stunde obendrauf. 70 Prozent der kommerziellen Courts stehen in Hallen.

Beides

Halle plus Freiplatz

43 Anlagen in Deutschland kombinieren beides. Die Freiplätze nehmen im Sommer die Spitzen auf, die Halle trägt den Winter. Wie groß eine solche Anlage sein sollte, zeigt unser Beitrag Wie viele Courts braucht eine Anlage?

Häufige Fragen

Kann man draußen im Winter Padel spielen?

Ja. Ein Court mit Drainagebeton und Kunstrasen nimmt Regen und Frost nicht übel, bei Schnee ist Pause. Wie oft es sich lohnt, zeigen die Wetterdaten: Von November bis März sind im Schnitt 42 Prozent der Abendstunden trocken und mindestens 5 Grad warm, im Januar 23 Prozent. Flutlicht braucht es dafür immer.

Wie hoch muss eine Padelhalle sein?

Frei über der ganzen Courtfläche ab 6 Meter für den Freizeitbetrieb, ab 7 Meter für nationale Turniere und ab 8 Meter für internationale. Bei Hallen mit Satteldach entscheidet meist die niedrigere Traufseite, wie viele Courts reinpassen.

Wie viel Platz braucht ein Padel-Court?

Das Spielfeld misst 20 × 10 Meter. In der Halle rechnen wir mit 20,50 × 10,50 Metern je Doppelcourt und 1,50 Metern Abstand zum nächsten. Draußen sind es 20,85 × 10,85 Meter, weil das Fundament ringsum übersteht.

Lohnt sich eine Überdachung?

Selten. Ein offenes Dach holt nur die Regenstunden zurück, in denen es warm genug ist, im Schnitt rund 216 Abendstunden im Jahr. Die Winterlücke ist Kälte. Das Dach muss auf 8 bis 10 Meter und kostet nach deutschen Normen rund 100.000 Euro je Court. Wir bieten keine Überdachungen an.

Was kostet ein Indoor-Court?

Bei uns ab rund 28.000 Euro netto je Doppelcourt, der Indoor-Panorama-Court liegt bei rund 30.000 Euro. Die Halle ist darin nicht enthalten. Draußen kostet ein schlüsselfertiger Court mit Erdarbeiten und Fundament ab rund 77.000 Euro netto. Den Preis für eure Ausstattung rechnet der Konfigurator aus.

Zahlen Spieler in der Halle mehr?

Meistens ja. In den 19 Anlagen mit Halle und Freiplatz und klaren Preisen kostet die Hallenstunde zur Primetime im Median 40 Euro, die Stunde draußen 34 Euro. Drei der 19 verlangen für beides dasselbe.

Fazit

Die ehrliche Rechnung ist keine Glaubensfrage. Von April bis Oktober ist ein Freiplatz fast so gut wie eine Halle, und er kostet danach wenig. Die Halle gewinnt den Winter, mit rund 585 Abendstunden mehr und sechs Euro je Stunde obendrauf. Dafür zahlt sie jeden Monat, auch im Juli. Für einen Verein, dessen Mitglieder im Sommer spielen, ist draußen fast immer die bessere Rechnung. Wer vom Court leben muss, braucht den Winter und damit die Halle.

Draußen oder drinnen? Wir rechnen beides durch

Schickt uns euren Standort oder den Grundriss eurer Halle. Wir haben über 200 Projekte umgesetzt, auf Tennisplätzen, auf der grünen Wiese und in Hallen, und sagen euch ehrlich, was bei euch passt.

Zum Platzbau

Wetterdaten: Deutscher Wetterdienst (Open Data), Stundenwerte von Temperatur und Niederschlag 2016 bis 2025 der Stationen Hamburg-Fuhlsbüttel, Berlin-Tempelhof, Köln/Bonn, Frankfurt/Main und München-Stadt. Spielbar heißt: kein Niederschlag in dieser und der vorigen Stunde, im Mittel der Stunde mindestens 5 Grad, gezählt zwischen 17 und 22 Uhr. Preise: Padello-Platzfinder, 19 der 43 Anlagen mit Halle und Freiplatz, die den Doppelcourt-Preis zur Primetime für beides ausweisen, Stand 25. September 2026. Baupreise netto nach unserem Konfigurator. Hallenmieten: IHK Bodensee-Oberschwaben, Stand Juni 2025.

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