Padel bei den Asienspielen: Gold für Japan und Katar, Medaillen für Tennis-Umsteiger

Die ersten Padel-Medaillen der Asienspiele sind vergeben: Gold für Japan und Katar. Auf dem Podest standen auffällig viele frühere Tennisprofis. Dazu unsere Auswertung: Seit 2023 haben 14 Nationen Padel-Medaillen bei Multisport-Spielen gewonnen.

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Padello Redaktion

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3. Oktober 2026•7 Min. Lesezeit
Padel bei den Asienspielen: Gold für Japan und Katar, Medaillen für Tennis-Umsteiger

Japans Saki Tsukamoto und Kae Tokumoto in Nagoya. Foto: FIP

In Nagoya sind die ersten Padel-Medaillen in der Geschichte der Asienspiele vergeben. Bei den Frauen holten Saki Tsukamoto und Kae Tokumoto Gold für Japan, im Finale schlugen sie Fadona Kusumawati und Fitriani Sabatini aus Indonesien mit 6:3, 6:4. Bei den Männern gewannen Mashari und Rashed Naif aus Katar gegen Christian Didier Chin und Aidan Yunus aus Malaysia mit 6:3, 6:1.

Damit ist das Debüt durch, über das wir vor zehn Tagen in unserem Beitrag „Ist Padel olympisch?“ geschrieben haben: sechs Turniertage, 43 Paare aus 13 Nationen, Männer- und Frauendoppel. Was davon bleibt, reicht über Asien hinaus. Auf dem Podest standen auffällig viele, die bis vor Kurzem Tennis gespielt haben. Und mit Nagoya haben jetzt 14 Nationen Padel-Medaillen bei Multisport-Spielen gewonnen, das zeigt unsere Auswertung weiter unten.

Schnellcheck

Japan

Gold bei den Frauen: Saki Tsukamoto und Kae Tokumoto

Katar

Gold bei den Männern: Mashari und Rashed Naif

43

Paare aus 13 Nationen spielten in Nagoya um die Medaillen

14

Nationen haben seit 2023 Padel-Medaillen bei Multisport-Spielen gewonnen

Alle Medaillen

Frauen
GoldSaki Tsukamoto / Kae TokumotoJapan
SilberFadona Kusumawati / Fitriani SabatiniIndonesien
BronzeNovela Putria / Beatrice GumulyaIndonesien
Männer
GoldMashari Naif / Rashed NaifKatar
SilberChristian Didier Chin / Aidan YunusMalaysia
BronzeFarsad Shahi / Amirmohammad JamshidiIran

Bronze gibt es nur einmal je Wettbewerb, ausgespielt im Spiel um Platz drei. Bei den Frauen gewannen Novela Putria und Beatrice Gumulya das Duell mit den Philippinen 6:0, 6:0. Bei den Männern war Iran die Medaille schon vor dem Halbfinale sicher, weil beide iranischen Paare dort standen, also spielten sie die Bronze untereinander aus. Es gewannen Farsad Shahi und Amirmohammad Jamshidi mit 6:3, 6:4 gegen Hami Golestan und Arya Roghani.

So liefen die Finals

Das Frauenfinale war das erste Spiel um Gold in der Padel-Geschichte der Asienspiele, die Männer spielten erst danach. Saki Tsukamoto und Kae Tokumoto gewannen den ersten Satz gegen Fadona Kusumawati und Fitriani Sabatini 6:3. Im zweiten lagen sie schon 1:4 zurück, dann holten sie fünf Spiele in Folge und gewannen 6:4. Damit sind die beiden Japanerinnen die ersten Padel-Siegerinnen der Asienspiele, und das vor heimischem Publikum. Nach dem Halbfinale hatte Tokumoto gesagt, mit harten Schlägen allein könne man nicht gewinnen.

Für Indonesien bleibt ein starkes Turnier mit Silber und Bronze, also zwei der drei Frauenmedaillen. Vor dem Turnier hatte Mochtar Sarman, Vizepräsident des indonesischen Padelverbands, als Ziel ausgegeben, besser abzuschneiden als im vergangenen Jahr, als Indonesiens Frauen auf Asienebene Dritte wurden. Und er hatte auf den Rückstand verwiesen: „Wir spielen Padel erst seit zwei, drei Jahren, die anderen seit sieben, acht.“

Bei den Männern setzte sich die Setzliste durch. Die Brüder Mashari und Rashed Naif aus Katar, an eins gesetzt, gewannen das Finale gegen Christian Didier Chin und Aidan Yunus aus Malaysia nach 55 Minuten 6:3, 6:1. Bis zum 3:3 im ersten Satz hielten die Malaysier mit, danach holten sie nur noch ein Spiel. Damit gaben die Katarer im ganzen Turnier keinen Satz ab. Vor dem Finale hatte Rashed Naif über seinen Bruder gesagt, er sei „definitiv der beste Spieler Asiens“. Für Chin und Yunus ist Silber trotzdem ein Erfolg, vor dem Turnier zählten sie nicht zu den Medaillenhoffnungen ihres Landes.

Der Weg dorthin: ein Favoritensturz und ein Außenseiterlauf

Bei den Frauen kamen die Topgesetzten nicht weit. Chifumi Sato und Kotomi Ozawa, an Position eins gesetzt und wie Tsukamoto und Tokumoto aus Japan, verloren ihr Viertelfinale gegen Kusumawati und Sabatini mit 0:6, 1:6. Die Indonesierinnen, nur an sieben gesetzt, gaben auf dem Weg ins Finale in drei Matches ganze zwei Spiele ab. Tsukamoto und Tokumoto, die Nummer zwei, waren kaum weniger deutlich: fünf abgegebene Spiele in drei Matches, das Viertelfinale gegen Saudi-Arabien endete 6:0, 6:0.

Die Geschichte des Turniers schrieben aber Danna Abad und Joshea Malazarte von den Philippinen. Als niedrigste Setzung des Feldes, Position 23, gewannen sie zum Auftakt gegen Saudi-Arabien, schlugen dann die an vier gesetzten Hongkongerinnen Chan Wing und Lau Hiu in drei Sätzen und im Viertelfinale das iranische Paar. Danach war Schluss, und zwar deutlich: Halbfinale und Spiel um Bronze verloren sie jeweils 0:6, 0:6.

Bei den Männern lief es nach Setzliste. Die Paare auf den Positionen eins bis vier erreichten alle das Halbfinale. Mashari und Rashed Naif aus Katar, an eins gesetzt, kamen ohne Satzverlust ins Finale. Christian Didier Chin und Aidan Yunus aus Malaysia, an drei gesetzt, mussten dagegen in jeder Runde über drei Sätze: gegen Kasachstan, gegen die Philippinen und im Halbfinale gegen Irans Nummer zwei, Farsad Shahi und Amirmohammad Jamshidi, nach einem 1:6 im ersten Satz. Gastgeber Japan brachte zwei Männerpaare ins Viertelfinale, beide scheiterten dort an den Iranern.

Vom Tennis aufs Podest

Dass Padel in Indonesien als „FOMO-Sport“ belächelt wird, als Mode, bei der man nur mitmacht, um nichts zu verpassen, haben Fadona Kusumawati und Fitriani Sabatini oft genug gehört. Beide kommen aus dem Tennis und spielen seit knapp zwei Jahren ernsthaft Padel. „Wir haben gesehen, dass wir im Padel eine viel größere Chance haben als im Tennis. Deshalb sind wir umgestiegen“, sagte Kusumawati nach dem Halbfinale dem indonesischen Rundfunk RRI. Und der Nachrichtenagentur Antara: „Padel wurde in Indonesien belächelt, man hat es FOMO-Sport genannt. Aber wir haben gezeigt, dass wir eine Medaille holen können.“

Sie sind nicht die Einzigen. Beatrice Gumulya, die Bronze gewann, war im Tennis Profi, im Doppel stand sie 2019 auf Platz 138 der Weltrangliste und gewann im selben Jahr Gold bei den Südostasienspielen. Christian Didier Chin, der mit Malaysia Silber gewann, hat für sein Land Davis Cup gespielt, sein Partner Aidan Yunus kommt vom Squash.

Spannend ist, was Kusumawati über den Umstieg erzählt: „Das kann leicht und schwer zugleich sein. Unser Tennis hat geholfen, aber die Glaswand zu nutzen, das Spiel zu verstehen und uns richtig zu positionieren, hat Zeit gebraucht.“ Die Schläge bringen Tennisspieler also mit. Was fehlt, lernt man nur auf dem Court.

Für Tennisvereine

Genau diesen Weg gehen gerade viele Mitglieder in deutschen Tennisvereinen. Die Schläge bringen sie mit, die Wand und die Position lernen sie auf dem Court. Wie Padel in einen Tennisverein passt, was mit den Plätzen passiert und wie Mitglieder den Einstieg finden, steht in Padel im Tennisverein. Und welche Regeln Tennisspieler am häufigsten falsch einschätzen, zeigt unser Beitrag zu den Padel-Regeln 2026.

Unsere Auswertung: 30 Medaillen, 14 Nationen

Padel war inzwischen bei vier großen Multisport-Spielen Medaillensport: 2023 bei den Europaspielen in Krakau, in diesem Jahr bei den Mittelmeerspielen in Taranto, den Südamerikaspielen in Santa Fe und jetzt in Nagoya. Wir haben alle Medaillen aus den offiziellen Tableaus und Berichten zusammengetragen. Es sind 30, und sie gingen an 14 Nationen. Vor Nagoya waren es neun.

Spanien führt mit acht Medaillen vor Italien mit sieben. Gold haben aber schon Teams aus sieben Ländern gewonnen. Bei den Südamerikaspielen gingen die Titel an Paraguay und Argentinien, die sechs Medaillen an fünf Nationen. In Nagoya kamen mit Japan, Indonesien, Katar, Malaysia und Iran fünf neue Medaillennationen dazu.

30 Medaillen, 14 Nationen

Padel-Medaillen bei Multisport-Spielen seit 2023, nach Nationen. Gold holten Teams aus 7 Ländern.

GoldSilberBronzeEuropaKrakau 2023, Taranto 2026Spanien8Italien7Portugal2Frankreich1SüdamerikaSanta Fe 2026Argentinien2Paraguay1Chile1Uruguay1Ecuador1AsienNagoya 2026Indonesien2Japan1Katar1Malaysia1Iran1

Eigene Auswertung der offiziellen Tableaus und Berichte: Europaspiele Krakau 2023, Mittelmeerspiele Taranto 2026, Südamerikaspiele Santa Fe 2026, Asienspiele Nagoya 2026. Je Wettbewerb eine Bronzemedaille, ausgespielt im Spiel um Platz drei. Bei den kontinentalen Spielen starten nur Nationen des jeweiligen Kontinents.

Ein Vorbehalt gehört dazu: Bei kontinentalen Spielen treten nur Nationen des eigenen Kontinents an, Spanien und Argentinien spielen dort nie gegeneinander. In der Weltspitze, auf der Premier Padel Tour, bleiben die beiden Länder weitgehend unter sich. Für die Frage, die das IOC stellt, zählt aber genau die Breite: In wie vielen Ländern wird auf Medaillenniveau gespielt? Die Antwort darauf ist seit heute deutlich größer.

Und Olympia?

An der Antwort aus unserem Beitrag „Ist Padel olympisch?“ ändert Nagoya nichts. Olympisch wird Padel frühestens 2032 in Brisbane, und dafür fehlt weiterhin die Anerkennung des Weltverbands FIP durch das IOC. Bei unserer Prüfung am 23. September stand die FIP nicht auf der Liste der anerkannten Verbände, eine Anerkennung ist seitdem nicht gemeldet worden. Nagoya liefert der FIP aber, was sie für diesen Schritt braucht: einen Auftritt beim größten Multisport-Ereignis Asiens, mit Medaillen für fünf neue Länder.

Weiter geht es im Dezember in Riad bei den Asiatischen Hallen- und Kampfsportspielen vom 13. bis 21. Dezember. Für deutsche Teams ist die nächste Chance auf Medaillen bei Multisport-Spielen die Europaspiele in Istanbul vom 16. bis 27. Juni 2027, mit Männer-, Frauen- und Mixedwettbewerb. Vorher spielen beide deutschen Nationalteams vom 2. bis 7. November die WM in Doha.

Nächste Woche: die Weltspitze in Düsseldorf

Wer Padel auf höchstem Niveau sehen will, muss dafür nicht nach Asien. Ab Sonntag laufen in Düsseldorf die Qualifikationsspiele für das Premier-Padel-Turnier im CASTELLO, bis zum Finale am 11. Oktober spielt dort die Weltspitze. Alles zum Turnier steht in unserem Beitrag zu Premier Padel in Düsseldorf.

Häufige Fragen

Wer hat bei den Asienspielen 2026 Gold im Padel gewonnen?

Bei den Frauen Saki Tsukamoto und Kae Tokumoto aus Japan, sie gewannen das Finale gegen Fadona Kusumawati und Fitriani Sabatini aus Indonesien mit 6:3, 6:4. Bei den Männern Mashari und Rashed Naif aus Katar, mit 6:3, 6:1 gegen Christian Didier Chin und Aidan Yunus aus Malaysia.

Welche Länder haben in Nagoya Padel gespielt?

13 Nationen: Hongkong, Indonesien, Iran, Japan, Kasachstan, Katar, Kuwait, Libanon, Malaysia, die Philippinen, Saudi-Arabien, Thailand und die Vereinigten Arabischen Emirate. Insgesamt waren es 20 Männer- und 23 Frauenpaare. China, Indien und Südkorea waren im Padel nicht vertreten.

Warum gab es nur eine Bronzemedaille je Wettbewerb?

Weil die beiden Verlierer der Halbfinals ein Spiel um Platz drei ausgetragen haben. Nur der Sieger bekommt Bronze. So war es auch bei den Europaspielen 2023, den Mittelmeerspielen und den Südamerikaspielen.

Ist Padel jetzt olympisch?

Nein. Die Asienspiele sind ein Multisport-Ereignis unterhalb von Olympia. Für die Spiele 2032 in Brisbane müsste zuerst das IOC den Weltverband FIP anerkennen, das ist bisher nicht passiert. Mehr dazu in unserem Beitrag „Ist Padel olympisch?“.

Wann spielen deutsche Teams wieder um Medaillen?

Bei der WM in Doha vom 2. bis 7. November 2026, für die sich die deutschen Frauen und Männer in Madrid qualifiziert haben. Bei Multisport-Spielen sind es die Europaspiele in Istanbul vom 16. bis 27. Juni 2027.

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Stand: 3. Oktober 2026, 13:30 Uhr, alle Finals sind gespielt. Titelfoto: Internationaler Padel-Verband (FIP). Setzliste und Turnierverlauf stammen aus den offiziellen Tableaus der Asienspiele und den Tagesberichten der FIP, die Ergebnisse vom Finaltag aus den Berichten von CNN Indonesia, Liputan6, Tasnim, Utusan Malaysia und Stadium Astro. Die Zitate stammen von der FIP, vom indonesischen Rundfunk RRI, von der Nachrichtenagentur Antara und von Liputan6 (von uns übersetzt). Die Medaillenauswertung seit 2023 ist unsere eigene, Grundlage sind die offiziellen Tableaus und Berichte der vier Spiele.

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